ZGF Strategie

"Wir treten ein für eine Welt, in der die biologische Vielfalt als Grundlage allen Lebens erhalten und als hoher Wert geachtet wird. Damit wird auch die Lebensqualität zukünftiger Generationen bewahrt“, formuliert die ZGF ihr Leitbild. Das heißt, unser Ziel ist es, die Artenvielfalt in bedeutenden Ökosystemen unserer Erde zu schützen und zu erhalten – mit und für die Menschen vor Ort."
(ZGF Vision, 2001)

Die ZGF will in Partnerschaft mit den Menschen vor Ort die natürliche Diversität wichtiger Ökosystem rund um die Welt bewahren und schützen. Da unsere Vision nur auf sehr lange Sicht zu erreichten ist, ist unser Ziel konkreter formuliert und in der ZGF Strategie von 2001 festegelegt: Die ZGF hat sich dem Schutz der biologischen Vielfalt verschrieben und konzentriert sich hierbei auf wichtige Ökosysteme.

BIOLOGISCHE KRITERIEN FÜR ZGF PROJEKTE


Die Erhaltung der Biodiversität steht für die ZGF ganz oben an. Dabei konzentrieren wir uns auf möglichst große und möglichst natürliche Gebiete. Dort können noch dynamische, natürliche Prozesse ablaufen. Wildnisgebiete stehen in der Prioritätenliste somit weit oben. Ganz ausgeschlossen wurden in unserer Strategie marine Projekte. Natürlich ist man sich bei der ZGF der Bedeutung der marinen Biodiversität bewusst und weiß, dass die Meere rund 71 Prozent der Erdoberfläche bedecken. Getreu dem Motto „niemand kann alles überall tun“ und der Fokussierung auf das Kerngeschäft und die eigene Erfahrung wurden Meeresschutzprojekte jedoch ausgeschlossen. Einzige Ausnahme sind die zahlreichen Naturschutzvorhaben auf den Galapagosinseln.

Grundlagenforschung steht bei der ZGF nicht auf der Agenda, von uns geförderte Forschung muss einen direkten Bezug zur Erhaltung der Biodiversität in unseren Projektgebieten haben.

Bei der Auswahl primärer Biome oder Großlebensräume konzentriert sich die ZGF auf Savannen und Steppengebiete, natürliche Wälder mit einem Schwerpunkt bei den Tropenwäldern, Feuchtgebiete und montane Lebensräume. Letzteres umfasst Gebirge, von den Mittelgebirgen bis zu den alpinen Regionen. Diese Lebensräume sind meist dünn und spät besiedelt worden, weisen also noch einen hohen Grad der Natürlichkeit auf, umfassen meist mehrere Ökosysteme, sind besonders wichtig für das Wassermanagement und haben als Ausweich- und Rückzugsgebiet im Zuge des Klimawandels weitere Bedeutung erfahren. Nicht wegzudenken beim Einsatz der ZGF sind die großen charismatischen Tiere. Von der Wildkatze in Deutschland, zu den Mönchsgeiern auf Mallorca, von den Wisenten in Polen zu den Saigas der kasachischen Steppen, von den chilenischen Andenhirschen zu den Löwenäffchen Brasiliens, von den Nashornvögeln der Philippinen zu den Schimpansen an den Ufern des tansanischen Tanganjika-Sees.

Auch bei den Tieren hat das Konzept der Biodiversität längst Einzug gehalten. Man wählt nicht einfach das, was schön und faszinierend ist, sondern hat stets den internationalen Status im Blick, die Funktion als Bioindikator, also als Zeiger für den Zustand von Ökosystemen oder die Stellung als Schirmart, von deren Schutz ganze Lebensgemeinschaften profitieren. Schließlich ist auch noch der Blick über den Tellerrand von Nöten: Was machen die anderen Naturschutzorganisation oder Regierungen? Wo gibt es schon genug Mittel und Personal, wo lohnt es sich Allianzen zu schmieden, wo ist der Alleingang gefordert. Ohne intensiven, internationalen Austausch, ist Biodiversitätsschutz heute undenkbar.

GEOGRAPHISCHE VERTEILUNG DER PROJEKTE

Bei der globalen Verteilung der Mittel ist die ZGF ebenfalls ihren eigenen Weg gegangen: Etwa 20 Prozent werden in Europa investiert, davon die eine Hälfte in Deutschland und die andere in Osteuropa, 50 Prozent des Jahreshaushalts entfallen auf das östliche Afrika, 20 Prozent auf Südamerika, sieben Prozent in Südostasien und etwa drei Prozent werden als Notfallmittel in Reserve gehalten.