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Serengeti Ecosystem Management Project (SEMP)

Ein von der EU gefördertes Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt

ZIELE

Schlüsselökosysteme in Afrika gewährleisten eine langfristige nachhaltige und umfassende Erhaltung biologischer Vielfalt, die auch Lebensgrundlage für den Menschen ist.

Ziele des Projektes sind:

  • Umsetzung der Grundsätze der CBD: die örtlichen Gemeinden und andere Betroffene werden einbezogen in Schutz der Ökosysteme Serengeti und Luangwa, sowie die Ansätze zur nachhaltigen Nutzung im Sinne einer dauerhaften Sicherung der Lebensgrundlage.
  • Förderung einer effektiven Zusammenarbeit der Akteure im Ökosystemmanagement, indem ein dezentralisiertes, übergreifendes und einheitliches Steuerungssystem eingeführt wird.
  • Verbesserung des Verständnisses der Struktur, Funktion und Leistung von Ökosystemen und den daraus erwachsenen Anforderungen und ihre Priorisierung für das Management.
  • Stärkung der Verwaltungsstrukturen und Knowhow-Aufbau in den lokalen Gemeinden für das Management ihrer natürlichen Ressourcen im Ökosystem.
  • Schaffung von Anreizen für die Bevölkerung, verantwortungsvoll mit den Ressourcen des Ökosystems umzugehen.
  • Entwicklung von monitoring-basierten flexiblen Management-Systemen.
AKTIVITÄTEN

• Aufbau des „Serengeti Ecosystem Forum“

Das Serengeti Ecosystem Forum (SEF) wurde im Juli 2007 gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen in der Serengeti zu fördern. Der nachhaltige Schutz des Ökosystems soll verbessert werden indem die Grundlagen des Ökosystemmanagements umgesetzt und Verantwortung für die natürlichen Ressourcen übernommen werden. Bevölkerung, Privatwirtschaft, nichtstaatliche Organisationen und Regierungsinstitutionen können so gemeinsam pragmatische Lösungen und innovative Strategien entwerfen. SEF bringt verschiedenen Akteure mit durchaus unterschiedlichen Interessen an einen Tisch, damit sie ihre Ressourcen bündeln und zusammen für wichtige Themen eintreten können - darunter Naturschutzerziehung, der Umgang mit Wilderei und Gemeinde-Projekte.

• Community Conservation Banks (COCOBAs)

Neben SEF hat SEMP auch die Gründung der so genannter COCOBAs aktiv unterstützt. COCOBA steht für Community Conservation Banks, das sind kleine Genossenschaftsbanken, bestehend aus 15 bis 30 Personen, die gemeinschaftlich einen vorher festgelegten Betrag ansparen. Nach der Ansparungsphase können alle Mitglieder der COCOBA-Gruppe Mikrokredite mit sehr niedrigen Zinsen aufnehmen. Dieser Kredit darf dreimal so hoch sein, wie der Betrag, den die betreffende Person selbst eingezahlt hat. Innerhalb von drei Monaten muss das Geld zurückbezahlt sein. Mit Hilfe des Geldes können die Gruppenmitglieder naturschutzfreundliche Geschäftsideen entwickeln und umsetzen.

Der Benefit für den Naturschutz zeigt sich daran, dass vier der Gruppen, die sich bis jetzt entwickelt haben, komplett aus ehemaligen Wilderern bestehen. Sie haben zugestimmt, die Wilderei aufzugeben und suchen nach alternativen Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Das COCOBA System ist effektiv, da es auf Hilfe zur Selbsthilfe beruht, Knowhow in den Gemeinden aufbaut und ihnen Verantwortung gibt. Die Banken selbst sind langlebig und nachhaltig. Es konnte gezeigt werden, dass sie eines der effektivsten Mittel sind, um Armut in Afrika zu lindern. Allerdings sind Aufbau und Schulung solcher Gruppen sehr aufwendig und kostenintensiv. ZGF-SEMP hat eine Schulung für Ausbilder aufgebaut, um eigene Ausbilder innerhalb einer Region zu etablieren. Zurzeit gibt es 24 COCOBA-Gruppen in drei Bezirken. Der bisherige Erfolg lässt in vielen anderen Gemeinden den Wunsch nach einer eigenen COCOBA aufkommen, doch die Nachfrage ist sehr viel größer als die für das Gruppentraining bereitstehenden Kapazitäten. Mit fortführender finanzieller Unterstützung wäre es möglich, einen nachhaltigen Fond einzurichten um einen jährlichen Zuwachs der Anzahl von COCOBA-Gruppen im gesamten Ökosystem zu sichern.

• IKONA: Wildlife Management Area

Diese Wildlife Management Area, was man auf deutsch etwas holprig mit kommunal verwaltetem Schutzgebiet für Wildtiere umschreiben könnte, wurde 2006 nach einer achtjährigen Planungsphase gegründet und besteht aus fünf Dörfern in der Serengeti. Den Dörfern wird die Verantwortung für das Management übertragen und so das Interesse der Bevölkerung für die Erhaltung der Lebensräume von Wildtieren gestärkt.

In der WMA werden die Gemeinden durch eine sogenannte Authorised Authority vertreten. Verträge mit privaten Investoren in diesem Gebiet werden an die Gemeinden zurückgegeben, um direkte Anreize für den Schutz von Wildnisgebieten zu schaffen. SEMP war an der WMA seit seiner Einführung im Jahr 1998 beteiligt und wird auch weiterhin die WMA beim Know-How Aufbau, bei der Rangerausbildung und mit technischer Expertise unterstützen.

• MAKAO Wildlife Management Area

Die geplante Makao Wildlife Management Area umfasst sieben Dörfer im Südwesten des Serengeti-Ökosystems. SEMP hat sowohl Landnutzungspläne und Karten der geplanten Gebiete erstellt, als auch das Training und die Bewusstseinsbildung der Gemeindemitglieder für die Leitlinien und Prinzipien des WMA-Prozesses ermöglicht. Die vorgeschlagene Wildlife Management Area wird voraussichtlich 2009 offiziell ausgewiesen.

• LOLIONDO Forest Management Area

Zur Bewahrung des Loliondo Hochwaldes in der östlichen Serengeti wurde im Juni 2008 die Loliondo Forest Management Area eingerichtet, die ebenfalls intensiv von SEMP unterstützt wird. Der Loliondo-Wald ist von großer ökologischer Bedeutung für das Serengeti Ökosystem, er ist Hauptwasserspeicher für die Serengeti und versorgt den Grumeti Fluss und den Natronsee mit Wasser.

Aber der Wald wird zerstört: illegale Abholzung für Bauholz und Landnutzung der Maasai wandeln die Waldlandschaft in landwirtschaftliche Flächen um. Gemeinsam wollen die Gemeinden aktiv werden, um diesen Wald für sich und nachfolgende Generationen zu bewahren. ZGF-SEMP unterstützt diese Initiative, um gemeinsam mit den Gemeinden ein zusammenhängendes Wald-Management Gebiet (Joint Forest Management Area, JFMA) zu gründen. Sich der Initiative anzuschließen, ist ein Bekenntnis zum Schutz des Waldes. Im Austausch erhalten die Dorfbewohner mehr Rechte auf Land und größere Handlungskompetenz. Dabei können die Gemeinden direkt profitieren: der Wald ist ein Touristenziel und bietet zukünftig durchaus die Möglichkeit, beispielsweise mit dem CO2-Kompensationshandel Gewinne zu erzielen. Eine dauerhafte Unterstützung würde die Gemeinden in die Lage versetzen und mit den nötigen Mitteln versehen, eigenverantwortlich den Schutz des Waldes sicherzustellen.

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