Hierbei handelt es sich um ein Rahmenprogramm, das sich mit allen Managementbereichen des Parks befasst, der Infrastruktur, dem Schutz, den Gemeinden im Umland und dem Forschungsaspekt im Hinblick auf den Naturschutz im Serengeti Ökosystem.
In vielfältiger Weise fördert die Zoologische Gesellschaft Frankfurt den alle Aspekte Serengeti Nationalpark:
Tierarztprojekt: Die ZGF unterstützt die tierärztliche Abteilung des Serengeti Nationalparks, die maßgeblich zum Schutz der wilden Tiere innerhalb des Parks beiträgt. Die vorrangigen Ziele und Aktivitäten dieses Projektes sind: die Überwachung der Wildtierbestände im Hinblick auf mögliche Krankheitsausbrüche, Aufrechterhaltung so genannter „Seuchenbarrieren“ entlang der Parkgrenzen durch die Impfung von Haustieren außerhalb des Parks, Unterstützung von Wildtierforschungsprojekten z.B. durch Ausstattung mit Sendehalsbändern. Wildtiere nur behandelt wenn sie durch menschlichen Einfluss, zum Beispiel durch Wildererschlingen, verletzt werden.
Ökologische Überwachung: Seit vielen Jahren fördert die ZGF die ökologische Überwachung des Serengeti Nationalparks. Diese Abteilung sammelt ökologische Daten die ein nachhaltiges Management des Nationalparks ermöglichen. Dies beinhaltet: Veränderungen in der Vegetation, Niederschlag und Wasservorkommen, Erosion, Einfluss von Tourismus, Tierzählung und die Verbreitung eingeschleppter exotischer Pflanzen. Ein weiterer wichtiger Aspekt im Ökosystem ist das Feuermanagement sowie die Untersuchung des Einflusses von Feuer auf die vorhandene Vegetation.
Parkmanagement und -infrastruktur: Zuwendung in Form von Autos, Flugzeugen, Generatoren, Funkgeräten, Solaranlagen, Verwaltungsgebäude, Tankstationen, Wildhüterposten, Uniformen und anderer Ausrüstung (zur Unterstützung der Anti- Wilderei-Einheiten). Außerdem ermöglicht die ZGF die Instandsetzung veralteter Wildhüterposten, Straßen und Werkstätten.
Ausbildung der Gemeinden: Die Serengeti kann nur erhalten bleiben, wenn die zukünftigen Generationen um ihr Naturerbe wissen und stolz darauf sind. Die ZGF stiftete daher einen als Expeditionsbus umgebauten LKW um Schulkindern und Leuten aus der Bevölkerung die Fahrt in die Serengeti zu ermöglichen. Auf diese Weise wird – in Zusammenarbeit mit der Jugendherberge und dem Besucherzentrum – Kindern und Erwachsenen auch benachbarten Gemeinden Wissen über “ihren Park” vermittelt.
Durch die Autowerkstatt im Zentrum der Serengeti ist es möglich, sowohl die Autos der Parkranger der Serengeti und des Ngorongoro Kraters als auch die Fahrzeuge der ZGF instand zu halten. Die professionelle Überprüfung und Instandhaltung der Fahrzeuge erhöht die Lebensdauer der Fahrzeuge deutlich.
Das „Serengeti Geographic Information System (GIS) and Database Centre“ wurde 2003 als Kooperationsprojekt zwischen der ZGF, TANAPA und dem Serengeti Biocomplexity-Programm eröffnet. Das GIS Center unterstützt das Management des Serengeti Nationalparks indem es entsprechend Datengrundlagen und –analysen bereitstellt, die das Ökosystem betreffen. Auch werden im GIS Zentrum alle Daten aus der Serengeti aber auch aus anderen ZGF Projekten gesammelt, verarbeitet und Parkmanagern, Wissenschaftlern, Naturschutzexperten sowie den offiziellen Stellen zur Verfügung gestellt. Dies beinhaltet beispielsweise alle Daten die aus dem ökologischen Monitoring, aus Tierzählungen und aus Projektarbeiten hervorgegangen sind, sowie die Datenerhebungen der Ranger aus dem Feld, die mit GPS und digitalen Kameras ausgestattet sind.
MASWA WILDRESERVAT
Die ZGF fördert alle Schutzaktivitäten der Tanzania Wildlife Division im Maswa Wildschutzgebiet im südlichen Teil des Serengeti Ökosystems. Dies beinhaltet auch die Ausbildung der Schutzpatrouillen und der Reservatsverwaltung, Grenzziehung, Umweltbildung und die Unterstützung der lokalen Bevölkerung, die Instandhaltung von Rangerfahrzeugen und die Bereitstellung von deren Ausrüstung wie auch die Eingliederung des Reservates in den “Wildlife Management Area”-Prozess in Makao.
Seit der Gründung durch Prof. Bernhard Grzimek unterstützt die ZGF die Pasiansi Rangerschule. Die ZGF gewährleistet eine effiziente Ausbildung in der Schule und damit hochqualifizierte Ranger für die Nationalparks des Landes. Ebenso stellt die ZGF Autos und des übrigen Equipment (Uniformen, Stiefel) und sorgt für die Wartung der Rangerposten.
Indem sie Prof. Anthony Sinclairs Forschungen zur Biodiversität der Serengeti unterstützt, verfolgt die ZGF das Ziel, die Biodiversität des Ökosystems Serengeti zu bewahren. Will man die biologische Vielfalt erhalten, ist es unumgänglich die Faktoren zu erforschen die für den Biodiversitätsrückgang verantwortlich sind. Gleichzeitig muss man die Zusammenhänge im Ökosystem verstehen. Seit 1958 konzentrierten sich nahezu alle Untersuchungen in der Serengeti auf große Säugetiere, das Serengeti Biodiversitätsprojekt will einen neuen Fokus auch auf bisher unbeachtete Aspekte setzen:
Ziel 1: Erfassung des Arteninventars der verschiedenen ökologischen Bereiche des Serengeti Ökosystems, dort beginnend wo der Bedarf und die Kompetenz am größten sind, mit Fokus auf diejenigen Gruppen die empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt reagieren (Schmetterlinge, Vögel. Fische und Amphibien). Untersucht werden vor allem die langfristigen Auswirkungen natürlicher Störungen im Ökosystem (z. B. Feuer und Beweidung) sowie menschlicher Einflüsse (Einfluss von Landwirtschaft auf die biologische Vielfalt, Einflüsse von Nagern/kleinen Fleischfressern die Krankheiten von Menschen und domestizierten Tieren auf wildlebende Tiere übertragen)
Ziel 2: Untersuchung der Gründe für den Rückgang (bzw. schlechte Regeneration) der Wälder in den Flussniederungen des Mara und Bestandsaufnahme der dort vorkommenden Tiere und Pflanzen.
Ziel 3: Fortsetzung der langjährigen Tierzählungen der großen Huftierarten. Unterstützung der Antiwilderei-Aktivitäten der TANAPA Ranger durch das Serengeti GIS and Database Centre.
Das Tanzania Wildlife Research Institute (TAWIRI) wurde in den 1960er-Jahren durch Prof. Bernhard Grzimek gegründet. Es ist unter anderem für die gesamte Forschungskoordination in Bezug auf Wildtiere in Tansania zuständig. Die ZGF-Förderung verwendet TAWIRI hauptsächlich dazu, die naturschutzorientierte Forschung von tansanischen Wissenschaftlern zu unterstützen, beispielsweise:
- Wildtierzählungen in der Serengeti
- Teilnahme von TAWIRI-Wissenschaftlern an internationalen Kongressen
- Unterstützung der alle zwei Jahre in Tansania stattfindenden TAWIRI-Tagung
- Förderung wissenschaftlicher Publikationen
- Arbeitsmittel für des TAWIRI Headquarter (z.B. Computer)
Die ZGF unterstützt sämtliche Aktivitäten zum Schutz der im Moru-Gebiet des Nationalparks lebenden Nashörner mi dem Ziel das sich die Population vergrößern kann. Dies beinhaltet beispielsweise die konsequente und konstante Überwachung der Tiere oder den Schutz vor Störungen durch Touristen. Die ZGF stellt den verantwortlichen Rangern Fahrzeuge, Beobachtungsposten und anderes Equipment zur Verfügung, sorgt aber auch für deren Ausbildung.
Mehr zum Nashornprojekt.
AB 2/09



























